Sprache ist der Schlüssel zur Welt

Sprache ist der Schlüssel zur Welt

Davon war der Bildungshaudegen und Lern-Rebell Wilhelm von Humboldt überzeugt. Während sein jüngerer Bruder Alexander durch die Welt bummelte, war er fasziniert von der Verständigung der Menschen an sich. In dieser Hinsicht kann ich ihn verstehen, wie gern würde ich auch auf unseren Reisen sofort mit den Einheimischen sprechen können. Doch das Faultier in mir hat sich lange gescheut in die „unendlichen Weiten“ einer neuen Sprache einzutauchen. Fühle ich mich doch mit meinen guten Englisch-Kenntnissen auf der „Haben-Seite“. Laut Statistik spricht eine Milliarde Menschen Englisch. Doch in der Praxis ist halt alles ein wenig anders… Ich habe Italien als das Reiseland meines Herzens entdeckt und da ist Englisch halt nur die Zweit-, Dritt- oder –„Was weiß ich für eine“ Sprache. Die Italiener ignorieren zwar weitgehend, dass man sie nicht versteht und sind trotzdem unendlich freundlich und bemüht. Das heißt sie reden einfach auf einen ein. So nach dem Motto,- irgendwas wird die „tedesca“ schon verstehen. Aber ich fühle mich in solch einem Fall immer total unhöflich und historisch betrachtet ging aus dem Zentrum Italiens doch das römische Weltreich hervor. Da muss man sich schon ein wenig anstrengen.
Zum Glück tut mein Unverständnis der italienischen Gastfreundschaft und Herzlichkeit keinen Abbruch. Aber ich möchte nicht mehr hilflos nebenher stehen, nett lächeln oder mich mit Händen und Füßen verständigen. Obwohl ich es in dieser Disziplin bereits ein facettenreiches Repertoire entwickelt habe. Mein Wunsch: Auf der nächsten Reise will ich den Smalltalk beherrschen, mich für breitwillig angebotene Esseneinladungen bedanken, beim Einkaufen eine gute Figur machen und richtig nach dem Weg oder dem nächsten Bus fragen können. Und ich möchte niemals mehr hilflos vor einer verschlossenen Tür stehen, wie auf Elba. So muss ein Sprachkurs her.

Digitales Lernen vs. Volkshochschule
Wie aber den „Löwen reiten“? Angebote gibt es unzählige. Nehme ich die klassische Methode oder eines der vielen Angebote im Internet, quasi als „Take away“-Lernen wo und wann ich will. Alles hat seine Vor-und Nachteile, ich entschied mich vorerst für die altbewährte Art: einen Volkshochschulkurs. Hier trifft man auf alles was vom Schulbesuch noch gut in Erinnerung ist. Es gibt den Klassenprimus (in meinem Kurs gleich mehrere), der mindestens zwei Lerneinheiten vorweg ist. Außerdem muss man ständig Vokabeln und Grammatik pauken und überhaupt verabschiedet man sich gerne vom Lerngeschehen „weil alles viel zu schnell geht“. Und dann die Hausaufgaben… Ehrlich gesagt, längst verschollen geglaubte Vermeidungsstrategien finden schnell ihre „Reloaded Version“! Natürlich wird alles abgerundet mit einer strengen Lehrerin, die wie beim jüngsten Gericht über Hausaufgaben, Lehrerfolge und Aussprache wacht. Lustig wird es immer dann, wenn kleine Karten verteilt werden und wir Dialoge spielen dürfen. Dann ist es wie im Zirkus: Wir erfinden unsere eigene Sprache, lassen der Fantasie freien Lauf. Das geht solange, bis die Lehrerin mitbekommt, was wir da fabrizieren. Dann wird das Kauderwelsch in Grammatik gepresst und zuhause versucht man mit Buch und CD alles ins Hirn zu pressen und fühlt sich mehr und mehr wie in einer Welt, in die man eigentlich keinen Zutritt hat.

Auch wenn wir im Kurs viel lachen, so verliert man doch ein wenig die Freude am Lernen. Für mich keine Option. Bevor ich als Grammatik-Genie verkomme, habe ich mich entschlossen den „Dschungel des digitalen Lernens“ zu entdecken. Vorweg: Das ist gar nicht so einfach!

Sprachprogramme im Internet und für mobile Medien
Neue Lernmethoden gibt es viele, besonders im Internet und überhaupt ist dort die Welt des Lernens viel einfacher und bunter. So die Versprechungen.
So ist der Weg zum rettenden Hafen, ohne Schiffbruch zu erleiden, nicht leicht. Durch Zufall stieß ich auf Rosetta Stone. Hier kann man ohne Dateneingabe das Programm verbindlich testen. Wer Lust hat findet HIER die Testversion zum Lernprogramm.
Und ich hatte es eigentlich nicht geglaubt, aber hier eröffnet sich wirklich die Tür zu einer anderen Welt: Man bekommt Bilder gezeigt und muss dann die richtigen Dialoge anklicken. Als Belohnung für RICHTIG, ertönt ein motivierendes Signal. Ein bisschen fühlt man sich wie bei Günther Jauch, nur ist die Belohnung nicht die Million, sondern die Basics einer neuen Sprache. Für Spielkinder wie mich, genau das Richtige! In Kombination mit den Grammatik-Grundlagen aus der Volkshochschule, bringt lernen in dieser Form wirklich Spaß.
Und diese neue Welt bietet noch mehr: Es gibt Sprachkurse für Mobile-Fans (Apps für Smartphones und Tablets), die zeit- und ortsunabhängig machen. Wer einen Coach oder Lehrer sucht, wir hier ebenfalls fündig. Via Internet sind Eins zu Eins Kurs im Angebot. Außerdem kann man sich in der Online-Community austauschen oder Spiele wie Bingo oder Memory zocken.
Preislich befinden sich Volkshochschule und digitales Lernen auf demselben Niveau. Für mich liegt der Schlüssel in der Kombination. Der Volkhochschulkurs bietet nach wie vor bekanntes Echtzeit-Gefühl, mir sind richtige Mitschüler wichtig. Aber für den Spaß an der Sprache, um Zusammenhänge schnell zu verstehen oder für unterwegs nutze ich gerne zusätzlich ein digitales Angebot.
Ich hoffe meine Bemühungen sind von Erfolg gekrönt. Auf meiner nächsten Reise möchte ich nicht nur die wunderschönen Landschaften Italiens genießen, sondern auch endlich mit den Italienern in Gespräch kommen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Mehr Informationen finden sich hier:

Sprachangebote Online:
http://www.rosettastone.de/

Volkshochschulen:
http://www.vhs.de/