Geheimtipp Wismar – UNESCO Welterbe an der Ostsee

Geheimtipp Wismar – UNESCO Welterbe an der Ostsee

Wer wie wir in Richtung „wilden Osten“ auf der A20 unterwegs ist, sollte sich gut versorgen, denn entlang der Autobahn gibt es eigentlich nur eine Raststätte. Deshalb verließen wir die Ostseeautobahn bei Wismar, um ein Mittagessen einzunehmen und wir haben es nicht bereut. Schon von weitem begrüßen einen die Kirchen St. Georgen, St. Nikolai und der Turm von St. Marien und machen neugierig auf die Hansestadt.Vom Bahnhof ging es für uns entlang der Straße Frische Grube. Sie ist eine der ältesten Straßen in der historischen Altstadt  und wurde bereits im 13. Jahrhundert erbaut. Sie verbindet den Mühlenteich mit dem Alten Hafen. Entlang des Baches finden sich wunderbar restaurierte Wohnhäuser aus dem 19. Jahrhundert und der spätgotische Sakralbau Sankt Nikolai. Das 37 Meter hohe Mittelschiff ist das vierthöchste Kirchenschiff Deutschlands. Gelacht haben wir über die Schweinsbrücke, hier finden sich an den Eckpfosten kleine Schweinsfiguren, diese stammen noch aus der DDR-Zeiten vom Bildhauer Christian Wetzel. Reiben an der Schweinenase soll Glück bringen. Ich hab mich ganz dicht angekuschelt. Gleich um die Ecke der kleinen Schweine, gibt es einen kulinarischen Geheimtipp, das Cafe Glücklich. Es bietet Wohnzimmeratmosphäre mit vielen Kissen, einem Kachelofen und selbstgebackenen Köstlichkeiten. Sowie einen tollen Obstsalat und gutem Kaffee. Hier ist der Name Programm! Danach ging es durch die schmalen Gassen der Altstadt, mit traditionellem Kopfsteinpflaster, zum Marktplatz. Hier sieht man, warum Wismar zum UNESCO-Kulturerbe gehört. Die hanseatischen Häuser rund um den Marktplatz, glänzen mit hübschen Giebeln und Fassaden. Man spürt den Einfluss der reichen Hansezeit und den kulturellen Einfluss der Schwedenzeit. Weitere Zeugen der skandinavischen Besetzung sind, die „Alten Schweden” eines der ältesten Bürgerhäuser, das schwedische Kommandantenhaus, das Zeughaus, das barocke Provianthaus und der Schwedenstein. Auf dem Marktplatz ist auch die Wasserkunst zu sehen. Der Niederländer Philipp Brandin entwarf es im Stil der holländischen Renaissance. Bis 1897 diente es der Trinkwasserversorgung der Stadt.Prächtige Giebel findet man auch entlang der Krämerstraße. Früher gab es hier viele Händler, die mit Gewürzen und Garnen, mit Messern und Hopfen ihre Geschäfte machten. Sie brachten es zu erstaunlichem Reichtum und den zeigten sie durch die reich verzierten Häuser, in denen sie arbeiteten und wohnten. Die Krämerstraße trägt diesen Namen bereits seit 1260. Etwas staunend standen wir vor dem Turm der Marienkirche. Der Turm ist enorm hoch und trägt neun Glocken, von denen leider nur fünf wirklich läuten. Schade, dass es keine Kirche zum Turm gibt, das Kirchenschiff wurde im II. Weltkrieg schwer beschädigt und 1960 gesprengt. Wie groß die Kirche wirklich war, ist unbekannt, es wird geschätzt, dass die Gewölbe eine Höhe von mehr als 15 Meter erreichten. Natürlich hat Wismar auch prominente Söhne. Rudolph Karstadt eröffnete sein erstes Geschäft in der Hansestadt. Doch das ist nichts, gegen den berühmten Pirat und Hansefreibeuter Klaus Störtebeker. Man streitet sich zwar, ob er aus Wismar oder von der Insel Poel stammt. Eines ist jedoch geschichtlich verbucht und aufgeschrieben,- 1380 war er in der Hansestadt in eine wilde Schlägerei verwickelt.

Wer sich auf seine Spuren begibt, der besucht den alten Hafen, bis heute hat sich seine Form nicht verändert. Er hat schönes „Schlenderpotenzial“ und  sollte bei einer Wismar-Besichtigungstour auf keinen Fall fehlen. Die alten Gebäude sind sehenswert und überall gibt es  frischen Fisch direkt vom Schiff zu kaufen. Die Poeler Kogge hat hier ebenfalls einen festen Liegeplatz.

Wir waren froh über unseren Abstecher in die Hansestadt, die mit ihren schön restaurierten Straßenzügen seinen unverfälschten Charakter behalten hat. Hier kann man eine äußerst angenehme Zeit verbringen und für einen Tagesausflug ist Wismar sicher absolut empfehlenswert. Wem der Blog gefallen hat, der kann uns gerne abonnieren (natürlich gratis), einfach oben links die E-Mail eintragen und schon kommen die aktuellen Welt-Sehen und Erleben News. Wir freuen uns sehr darüber !

Wismar weitere Informationen:

http://www.wismarer.de/

http://www.boltenhagen.travel/blog/lokal/hansestadt-wismar.html