Die Amalfiküste – Den Wolken so nah...

Die Amalfiküste – Den Wolken so nah…

Die italienische Costiera Amalfitana, dass ist Romantik pur und sie zählt zu den schönsten Küsten Europas. Hier ist der Himmel näher als das Meer. Die zerklüftete und felsige Steilküste schmiegt sich in das azurblaue Meer, mit einem Blick der ins Unendliche zu gehen scheint. Wäre ihre berühmte Panoramastraße, die Amalfitana eine Frau. Könnte man sie ohne weiteres mit einem fleischgewordenen Versprechen a‘la Marilyn Monroe vergleichen. Denn die Kurven der Amalfitana machen wirklich Bella Figura. Knapp 40 gewundene, aussichtsreiche Kilometer misst diese Traumstraße. Wer jedoch Höhenangst hat oder in Sachen halsbrecherischer Fahrweise zartbesaitet ist, der sollte sie nicht befahren. Teilweise ist der Weg so eng, dass Fahrzeuge nur haarscharf aneinander vorbeipassen. Neben dem Fenster geht der Blick senkrecht in den Abgrund. Unnötig zu erwähnen, dass ständiges Hupen allgegenwärtig ist, um typisch „italienisch“ auf Entgegenkommende aufmerksam zu machen. Also nix für Weicheier! Die Chuck Noris Fahrer werden jedoch belohnt: mit schönen grünen Hängen, Dörfern die sich sanft an den Berg schmiegen. Dazwischen immer wieder ein Weg hinunter ans Türkis leuchtende Meer.Die Amalfiküste gehört zum UNESCO Welterbe. Als Urlaubsdestination spielt sie eigentlich nur eine Nebenrolle. Außer resistenten Nostalgikern wie wir es sind und vielen Gourmets kommen nur ausgesuchte Reisende hierher. Natürlich war Goethe einer der Reisenden, aber das ist ja nichts Neues, der war ja überall in Italien…
Unser Ausgangspunkt war das kleine Städtchen Sorrent. Ehrlich gesagt haben wir uns mal wieder verklärt von dem Sofia Loren-Film: „Liebe, Brot und tausend Küsse“ inspirieren lassen: Wo die Loren, damals 20 Jahre alt, den Weg zum Hafen hinab steigt, um sich heimlich mit ihrem Geliebten zu treffen. Hinter ihr pastellfarbene Häuser, im Hafen Fischerboote und die Sonne, die romantisch im Meer versinkt. Okay ganz so war es nicht… aber Sorrent ist dennoch schön. Es thront hoch oben auf den weißen Steilklippen und bietet (dann doch!) einen bezaubernden Ausblick über den Golf von Neapel und die eindrucksvollen Felsen des Kalksteingebirges. Abends flimmert das Meer und die Lichtern der Stadt um die Wette.
Die Piazza di Tasso ist der zentrale Treffpunkt. Von hier aus erreicht man die Haupteinkaufstraße, die Via S. Cesareo. Hier lag auch unser Apartment, von unserem Balkonfenster hatten wir den perfekten Ausblick auf das typische italienische Leben. Besser als Fernsehen!
In der pflasterbedeckten Gassen der Altstadt gibt es unzählige kitschige Souvenirläden, mit Zitronen-Schnickschnack in jeder Form. Es gibt sie aus Porzellan, auf Tischtüchern, Lampen, als Zitronenspaghetti, Zitronenkonfekt, Zitronenseife und vor allem als typische Limoncello-Schnapps. Natürlich hab ich ein Salatbesteck und einen Aschenbecher mit Zitronen gekauft.
Natürlich haben wir auch das Grand Hotel Excelsior Vittoria angeschaut. Seit 1834 befindet sich das Hotel im Besitz der Familie Fiorentino. Hier übernachteten Könige und Königinnen aus England, Russland, Schweden und damals die Kaiserin Sissi. Außerdem zog es Prominente wie Sophia Loren, Jack Lemmon, Brian De Palma, Richard Strauss, Luciano Pavarotti und den Tenor Enrico Caruso an. Der Legende nach liegen Überreste der Villa des römischen Kaisers Augustus unter dem Hotel. Hier wird Vergangenheit lebendig: Säulen aus dem 18. Jahrhundert, Deckenfresken und viele Antiquitäten bestimmen das Interieur. Eine weitere Besonderheit,- mit einem Fahrstuhl gelangen Gäste an den Hafen.
Da wir über das Osterwochenende Sorrent besuchten, kamen wir in den „Genuss“ der Osterfeierlichkeiten: die weiße und die schwarze Prozession. Das Spektakel beginnt um 8.00 Uhr abends los und endete gegen 6.00 Uhr morgens! Gläubige in weißen Gewändern und Kapuzen in allen Größenausführungen (vom Kleinkind bis zum Erwachsenen) tragen eine Madonna zu den Klängen eines Chors durch die nächtlichen Straßen.
Überall der Geruch nach Weihrauch. Das Gleiche gibt es dann noch mit „ schwarz Verhüllten“, die ebenfalls Statuen der Muttergottes, des Gekreuzigten und Symbole seines Martyriums durch den Ort tragen. Wir haben fast kein Auge zugetan und waren irgendwie etwas irritiert von der Zurschaustellung der Gläubigkeit. Toll sowas mal gesehen zu haben, muss aber nicht wieder sein.Wer die Amalfiküste besucht, hat die Qual der Wahl, denn ein Ort ist schöner als der andere. Wie gesagt, entschieden haben wir uns für die Straße und zwar mit dem Bus. Der fährt ab dem Bahnhof und in einer atemberaubenden Fahrt geht es dann entlang der Panoramastraße Amalfitana.
Wir haben einen Stop in dem Ort Positano eingelegt. Er liegt in der Bucht zwischen dem Capo Sottile und Punta Germano. Künstler wie Roberto Rosselini, Ingrid Bergman, Tennessee Williams und Pablo Picasso genossen hier das leichte Leben am Strand. Beschrieben „als einzig senkrechter Ort der Welt“. Es scheint als wenn das Wort „pittoresk“ in diesem Dorf seinen Ursprung fand. Es ist eine Postkartenidylle aus pastellfarbenen Häusern, mit Bougainvillea Idylle, umrahmt von Orangen- und Zitronenhainen, Boutiquen gesäumten Treppenstraße und herausgeputzten Gärten.
Übertroffen wird Positano nur noch durch Amalfi. Alles noch noch „zauberhafter“, mehr pittoreske Mittelmeerarchitektur, Treppen und Piazzetta. Die kleine Stadt gab der ganzen Küstenregion den Namen. Einst entstand hier die erste Seerepublik Italiens mit Handelsbeziehungen nach Syrien und Nordafrika. Am Hafen, an der Piazza Flavio Gioia (benannt nach dem Erfinder des Kompasses) ist die Endstation des Busses. Durch einen kleinen Arkadengang gelangt man zum Dom St. Andrea. Besonders schön sind die prächtig verzierten Treppen und die bunt schillernden Giebelmosaiken. Dies ist der INSPOT für asiatische Hochzeitpaare die sich im Minutentakt und in voller „Ja-ich will-Montur“ fotografieren lassen.
Wir haben den Bummel durch die Straßen genossen und uns am Strand, die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Den richtigen Bus für die Heimfahrt zu erreichen, ist dann das eigentliche Amalfi-Abenteuer. Am Hafen befindet sich die Sammelstelle für die unzähligen blauen Busse. Selbstredend ohne jede Angabe zum Zielort, Haltestellen und Abfahrtzeiten. Hier heißt es die Italiener beobachten, die zwar auch keinen Plan haben, aber irgendwann von einer Sekunde auf die andere wild gestikulierend, als gäbe es kein morgen mehr, einen der blauen Exemplare entern. Dann muss man hinterher und immer wieder laut fragend seinen Wunschort kundtun. Mit Glück erwischt man den richtigen Bus und los geht die Fahrt.
Wer diese Küste mit allen Sinnen erleben möchte, sollte die Wanderschuhe ins Gepäck packen. Äußerst empfehlenswert ist der „Sentiero degli Dei – der Götterpfad“, ein ehemaliger Muhlpfad der von Bomerano (Agerola) nach Positano führt. Den Weg soll schon Zeus gewandert sein. Er dauert ca. 4 Stunden und bietet einen unvergleichbaren Blick, auf den Golf von Salerno und die Halbinsel von Sorrent.
Wir hatten dann noch entspannte Tage auf Capri, bis wir in Neapel ankamen. Eine Stadt, die mich wohl nie erreichen wird. In meinen Augen chaotisch, laut, dreckig, von Armut geprägt – mit heillosem Durcheinander. Alle Welt schwärmt von der Galleria Umberto. Ich kann das leider nicht verstehen. Das Gebäude ist sicher ein architektonischer Hingucker, allerdings hat sie wohl schon bessere Zeiten erlebt. Die Geschäfte so naja, ein paar teure Läden und die ein oder andere Snackbar. Die vielen leeren Ladenflächen sprechen für sich. Auch die historische Altstadt fand ich eher nervig.

Vorbei geschlendert sind wir am Castello Nuovo, die Burg aus dem 13. Jahrhundert am Hafen. Ganz schön war die Piazza del Plebiscito mit der Basilika San Francesco di Paola. Alles in allem war ich noch zweimal in Neapel, aber immer froh, wenn ich wieder weg war.

Die Amalfiküste hingegen ist wirklich ein Traum, den ich nicht nur heillosen Romantikern empfehlen kann. Wer  Tipps für Unterkünfte sucht, findet unsere Liste mit Hotels und Apartments hier: Unterkunft-Tipps

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