Rheinradweg – Grenzenloses Radvergnügen

Rheinradweg – Grenzenloses Radvergnügen

Frank und Ilse unsere „Task-Force“ für schöne Fahrrad-Reisen waren wieder unterwegs. Mitgebracht haben sie Erlebnisse von einem der schönsten Radwanderwege Europas – dem Rheinradweg. Der gesamte Rheinradweg führt von der Rheinquelle bis zur Mündung in Rotterdam. Er kreuzt durch fünf Länder: die Schweiz, Liechtenstein, Frankreich, Deutschland und die Niederlande. Die Beiden haben eine Teilstrecke vom Rheinfall bis Speyer mit dem Rad erobert. Sie waren begeistert von der abwechslungsreichen Landschaft und reizvollen Städten entlang des Rheins. Oft kann mit einer Fähre auf die andere Seite des Flusses übergesetzt werden und bietet so grenzenloses Radvergnügen. Die Route führt über asphaltierte und befestigte Rad- und Dammwege oder über ruhige Landstraßen. Große Höhensteigungen sind nicht vorhanden, so ist der Radwanderweg auch für ungeübte und Familien empfehlenswert.

Stein am Rhein
Ilse und Frank haben ihre Tour im mittelalterlichen Städtchen Stein am Rhein begonnen. Er liegt dort, wo der Bodensee wieder zum Rhein wird. Besonders gefallen haben den Beiden die bunt bemalten Fassaden am Rathausplatz. Von der mittelalterlichen Festung Burg Hohenklingen, die hoch über der Stadt thront hat man einen wundervollen Ausblick über die Rhein- und Seelandschaft.

Rheinfall
Nur 50 km entfernt liegt der Rheinfall, der größte Wasserfall Europas. Auf einer Breite von 150 Metern stürzen die Fälle 23 Meter tief ins Tal. Hier spürt man hautnah die brachiale Wucht des Wassers und die wilde, spektakuläre Natur. Wer mag kann dieses Schauspiel mit dem Boot aus der Nähe erleben.

Schaffhausen
Natürlich haben Ilse und Frank auch in Schaffhausen Rast gemacht, auch wenn sie etwas geschockt waren von den Preisen. Die Schweiz ist ein teures Pflaster. Der Besuch von Schaffhausen ist wie eine kleine Zeitreise. Früher gingen in der Altstadt Boote vor Anker, denn rheinaufwärts hinderte sie der Rheinfall an der Weiterfahrt. Mehr als 170 historische Häuser mit Erkerfenstern und bemalten Fassaden prägen das mittelalterliche Stadtbild. In den verwinkelten Gassen gibt es viel zu entdecken. Das Zentrum bildet der Fronwagplatz, mit historischem Brunnen. Wahrzeichen von Schaffhausen ist der Munot, eine mittelalterliche Festung etwas oberhalb der Altstadt.

Der Radweg führt weiter entlang des Hochrheins, jedoch sind immer wieder kurze Anstiege zu bewältigen manchmal geht es dann schon anstrengend bergauf.

Frank und Ilse haben einen Stop-Over in Waldshut eingelegt. Als klassische Doppelstadt im Südschwarzwald ist ihre historische Altstadt sehenswert. Unsere Radler waren angetan vom Oberen- und Unterem Tor, dem barocken Rathaus, sowie die Seltenbachbrücke mit ihren Brückenfiguren.

Laufenburg
Idyllisch geht es weiter in Laufenburg, mit verwinkelten Gassen, Toren, Türmen, Altstadthäusern, kleinen Plätzen und eine Burgruine. Viele Künstler malten die Bilderbuchstadt. Eine Besonderheit, -sie liegt in zwei Ländern. Der Rhein trennt das deutsche vom schweizerischen Laufenburg.

Bad Säckingen 
Einen kurzen Aufenthalt haben die Beiden in Bad Säckingen eingelegt. Hier wollte Frank unbedingt die längste Holzbrücke Europas sehen, die hier den Rhein überquert.
Eingebettet zwischen Südschwarzwald und Schweizer Jura, bietet der Kurort auch jahrhundertealte Bädertradition. Aus zwei Traditionsquellen sprudelt Heilwasser.
Ein idealer Platz zum entspannen, genießen und Kraft tanken und um fit für die folgenden Etappen zu sein.

Rheinfelden
Nächster Stop für Ilse und Frank war Rheinfelden. Ihr Ausgangspunkt zur Besichtigung der Stadt war das Rathaus, mit seinem massiven Turm. Es präsentiert eine prächtige Barockfassade und einen sehr schönen Innenhof. Weiter geht es für sie durch die engen Gassen der Altstadt mit ihren pittoresken Winkeln und ihren typischen Namen: Rumpelgasse, Futtergasse, Kuttelgasse, Geissgasse. Interessant ist hier die gut erhaltene Ringmauer mit dem Messer-, dem Storchennest- und dem Obertorturm. Durch das kleine Tor geht es zum Ufer des Rheins. Einen Abstecher wert ist die alte Rheinbrücke, die bis zum Inseli führt, wo einst die erste Burg der Herren von Rheinfelden stand. Kulinarisch locken in der Altstadt die Bierlokale, der Kulturkeller und viele Speiserestaurants

Basel
Von Rheinfelden war es für die Beiden nur so um die 20 km bis Basel. Hier endet der Hochrhein. Die Stadt im Dreiländereck Schweiz, Frankreich und Deutschland liegt bereits auf einer Höhe von 260 Metern. In Basel wird Kunst großgeschrieben, nahezu 40 Museen bieten hochkarätige Sammlungen und Sonderausstellungen. Einmal im Jahr findet hier die „Art Basel“ statt, eine der größten Messen für Moderne Kunst in Europa.Ilse und Frank waren angetan vom Stadtbild mit seinen spannenden Kontrasten. Klassische Herrschaftshäuser, mittelalterlicher Kirchen und moderner Bauten von Stararchitekten bilden ein Portrait der Gegensätze. Auch das Savoir-vivre kommt in der Kunststadt nicht zu kurz: An die sonnenverwöhnten Rheinufern, der Basel Riviera pulsiert das Leben in den Boulevardcafés. Die verträumten Gassen der Altstadt bieten urige Lokale mit herrlichen Spezialitäten. Weiter führt der Rheinradweg entlang des Oberrheins ins Markgräflerland. Hier geht es kaum noch bergan, was den beiden Flachländern hervorragend in den Kram passte. Die Landschaft ist geprägt von Weinbergen, wo Rebsorten wie Gutedel und Burgunder gedeihen.

Bad Bellingen
Die müden Fahrradbeine von Ilse und Frank fanden in Bad Bellingen eine kleine Erholung. Zwischen Rhein, Wein und Schwarzwald, in direkter Nachbarschaft zum Elsass liegt eines der sonnenreichsten Heilbäder Deutschlands. Drei Quellen sprudeln aus einer Tiefe von 600 bis 1.200 Metern hervor. Das Thermalwasser des Ortes hat einen hohen Mineralsalz- und Kohlensäuregehalt. Die Wassertemperatur liegt mit 34 bis 36 °C im sogenannten Behaglichkeitsbereich.
Nach dem Wellness-Stop führte der Rheinradweg unsere Beiden über die klassische „Brückenstadt“ Neuenburg in die mediterrane Landschaft des Königsstuhls bis nach Breisach am Rhein. Die Mutterstadt des Breisgaus ist schon von weitem durch das St. Stephansmünster zu erkennen. Es thront hoch über der Stadt, und verbindet romanische wie gotische Elemente. Im Inneren sind das monumentale Wandgemälde ‘Das jüngste Gericht’ von Martin Schongauer zu sehen und ein Hochaltar vom Meister H.L. (Hans Loi).Dann ging es für Ilse und Frank durch die Landschaft des Kaiserstuhls. Ein kleines Mittelgebirge in dem große Bereiche als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind. Er ist vulkanischen Ursprungs und Deutschlands sonnenreichstes Gebiet. Ein wenig erinnerte die Natur unsere Radler an die Toskana oder die Provence. Weinbau spielt hier ebenfalls eine große Rolle. Rebsorten wie Riesling, Silvaner, Blauer Spätburgunder oder Gewürztraminer werden hier kultiviert. Zahlreiche Winzer bieten Weinproben, wo die edlen Tropfen verkostet werden können.Das Schöne am Rheinradwanderweg ist, dass man zwischen den Ländern hin und herwechseln kann. Die vielen kleinen Rheinfähren verbinden das deutsche und das elsässische Ufer des Rheins. In französischen Orten, wie Diebolsheim, Meißenheim und Ichenheim fanden Ilse und Frank viel ländlichen Charme, etliche Schleusen und hübsche kleine Kirchen. Lediglich auf der französischen Seite muss man aufpassen, da die Beschilderung zwischen „Veloroute Rhein“ und „Rheinradweg“ wechselt.

Kehl- Marlen
Besonders gefallen hat Ihnen Kehl, die deutsche Nachbarstadt von Straßburg. Die badische Kleinstadt bietet Überschaubarkeit, Fachwerkidylle, Gemütlichkeit und außerdem schätzt und pflegt man die badische Küche. Im Zuge der ersten grenzüberschreitenden Gartenschau wurde die Passerelle des Deux Rives errichtet. Eine Brücke für Fahrradfahrer und Fußgänger und sie verbindet Kehl mit Straßburg. Außerdem gibt es eine Verbindung mit der Buslinie 21 (Viertelstundentakt) mit der Großstadt Straßburg.

Straßburg 
Vielen ein Begriff, weil hier das Europäische Parlament, der Europarat und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte beheimatete ist. Das Zentrum der Stadt gehört seit 1988 zum UNESCO Welterbe. Das Wahrzeichen der Stadt, ist das berühmte Straßburger Münster. Der Platz davor besteht aus zahlreichen Fachwerkhäusern und wird zu den schönsten Marktplätzen in Europa gezählt. Kleines Prunkstück ist das üppig verzierte Kammerzellhaus. Ilse und Frank hat auch das Palais Rohan, der ehemalige Kardinalssitz sehr gefallen.

Die Tour von Straßburg nach Karlsruhe ist eine Entdeckungsreise durch Dörfer, die von Fischern und Schiffern geprägt wurden. Die gut ausgebauten Radwege führen durch Naturschutzgebiete und Rheinauen. Frank und Ilse haben einen Abstecher in Richtung südliche Weinstraße gemacht und Neuburg am Rhein Schweigen/Rechtenbach und Wissembourg entdeckt.

Annweiler am Trifels
Besonders schön auf dieser Etappe ist der Ort Annweiler am Trifels. 1944 wurde das Städtchen schwer zerstört, beim Wiederaufbau wurde jedoch darauf geachtet, dass der mittelalterliche Charme bewahrt wird. 310 Meter über der Stadt auf einem Felsen des Sonnenbergs, liegt eine der bekanntesten Pfälzer Burgen: Die Burg Trifels. Sie steht für die Blüte des Hochmittelalters und die Zeit der Stauferkaiser. Der bekannteste Gefangene war der englische König Richard Löwenherz. Von der Aussichtsplattform des Bergfriedes aus hat man eine wunderschöne Aussicht über die Burg und die Stadt.

Karlsruhe
In Karlsruhe dreht sich alles um das Schloss, die Stadt ist fächerartig um den Prunkbau herum geplant. 32 Straßen gehen strahlenförmig von hier ab. Früher war es die Residenz deutscher Markgrafen, heute findet man hier Teile des Landesmuseums und ist Sitz des deutschen Bundesgerichtshofes. Ilse und Frank haben den Flair vergangener Zeiten genossen und waren angetan vom Schlosspark dahinter. Zum Erholen und Entspannen empfehlen sie eines der zahlreiche Straßencafés oder man lässt den Radlertag in einer gemütlichen Weinstube oder einem der Biergärten ausklingen.Am nächsten Tag stand steht die Fahrt nach Speyer auf dem Tourenplan. Je nach Strecke und Tempo fährt man zwischen drei oder vier Stunden. Es ist eine sehr schöne flache Etappe, die längere Zeit auf oder neben dem Hauptdamm des Rheins entlang führt. Zu sehen gibt es viel Natur mit Wäldern, Rheinauen und alte Flussläufe des Rheins.

Speyer 
Die Domstadt ist eine betagte Lady, denn sie ist eine der ältesten Städte Deutschlands und wurde bereits von den Römern gegründet. Wer Speyer besucht muss den Dom gesehen haben, seit 1981 gehört er zum UNESCO Weltkulturerbe. Auch beim Bau hat man ein wenig „getrödelt“,- Baubeginn war vermutlich 1025, nach 30 Jahren wurde er dann eingeweiht. In der Krypta wurden acht deutsche Kaiser und Könige, vier Königinnen und einer Reihe von Bischöfen bestattet. Wer sportlich ist erklimmt die 304 Stufen bis zur Aussichtsplattform in 60 Metern Höhe. Von hier aus hat man einen tollen Blick über die Stadt. Sehenswert ist auch das westliche Haupttor, das Altpörtel ein Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Natürlich kommt auch die Entspannung nicht zu Kurz. Die Pfälzer behaupten keck: In Speyer beginnt die Pfalz Italien zu werden. Denn zwischen den Prachtbauten, hübschen Plätzen, versteckten Winkeln und Gassen verbreitet sich die mediterrane Atmosphäre.Ilse und Frank waren ein wenig verzaubert vom Rhein und sie können verstehen, dass Victor Hugo ihn mit den großen Flüssen der Erde verglich: „Der Rhein vereinigt Alles in sich. Der Rhein ist rasch wie die Rhone, breit wie die Loire, eingeengt wie die Maas, geschlängelt wie die Seine, klar und grün wie die Somme, historisch wie der Tiber, königlich wie die Donau, geheimnisvoll wie der Nil, goldführend wie ein Strom Amerikas, reich an Sagen und Geistern wie ein Fluss Asiens.”

Mehr Informationen zum Radweg findet Ihr hier:

http://www.rheinradweg.eu/
http://www.rad-reise-service.de/tour1009.html
http://rhein-radweg-etappen.com/Wie immer hoffe ich Euch ein wenig reiselustig gemacht zu haben, auf Urlaub im eigenen Land. Wir sagen einen großen Dank an Ilse & Frank für die tollen Fotos. Wem der Blog gefallen hat, der kann uns gerne abonnieren (natürlich gratis), einfach oben links die E-Mail eintragen und schon kommen die aktuellen Welt-Sehen und Erleben News zu Euch. Auch über einen netten Kommentar würden wir uns sehr freuen.