Azoren - 1000 Farben Grün

Azoren – 1000 Farben Grün

Weit draußen mitten im Atlantischen Ozean liegt das grüne Paradies der Azoren. Eine Inselgruppe mit beeindruckender Natur in unendlich vielen Grüntönen – eine Mischung aus Irland, Neuseeland und Hawaii. Mit Steilküsten, tiefblauen Kraterseen, heißen Quellen, subtropischer Vegetation, dunkelgrauen Lavastränden und Hortensienbüschen soweit das Auge reicht. Bergkette AzorenWir waren im Winter auf São Miguel, das ist die ideale Reisezeit für Individualisten, denen Wind und Wetter nichts macht.Das Wetter ist so launisch wie ein Teenager, fast jeder Tag hält die vier Jahreszeiten bereit. Küstenpanorama AzorenRegen wechselt mit Sonne und bunten Regenbögen. Urplötzlich zieht Nebel auf und man ist umgeben von einer undurchdringlichen Wand, die aber schon 10 Minuten später wieder verschwunden sein kann.

Hauptstadt Ponta Delgada

Unser Hotel lag in der Hauptstadt Ponta Delgada. Sie hat einen charmanten Stadtkern mit vielen kleinen Gassen.Ponta Delgada Altstadt Architektonisch erwartet einen ein gekonnter Mix aus verschiedenen Stilen und dem sehr typischen schwarz-weiße Kopfsteinpflastern. Das Wahrzeichen der Hauptstadt ist das Stadttor mit seinen drei Bögen. Ponta Delgada HafenSehr schön ist auch die noch vollständige erhaltene Hafenburg aus dem 16. Jahrhundert. Wer auf Einheimische treffen will, der sollte das Einkaufszentrum Parque Atlântico gehen, wir hatten den Eindruck am Freitag trifft sich hier die ganze Insel.

Westen Aussichtspunkt Sete Cidades

Wer São Miguel erkunden will sollte sich ein Auto mieten. Für uns ging es zuerst in Westen. Wir wollten als erstes die Sete Cidades sehen eine Kraterlandschaft mit 12 km Umfang, geschaffen vor mehr als 20.000 Jahren durch 22 Vulkanausbrüche. Lagoa AzulMan nähert sich dieser gigantischen Landschaft am besten über dem Miradouro Vista do Rei, vor dessen Füssen die zwei Seen liegen. Der eine grün und der andere blau schimmernd, je nach Lichteinfall. Wie an vielen Orten der Welt, gibt es auch hier eine passende Legende: Prinzessin trifft armen Hirten. Das verbietet König natürlich und beide weinen bitterlich, was zwei Seen aus ihren Tränen entstehen ließ. Die Tränen, die aus den blauen Augen der Prinzessin, bildeten den Lagoa Azul. Azoren See NordenDie Tränen aus den grünen Augen des Hirten formten den Lagoa Verde. Romantik pur: Nach der Trennung blieben sie durch ihre Tränen für ewig vereint. Azoren Nord westenWir haben noch einen Abstecher in den Norden gemacht, hier am Miradouro de Santa Iría bietet sich eines der schönsten Küstenpanoramen der Insel.

Westen: Ferraria – Heiße Quellen im Atlantik

Auf der Rückfahrt bietet sich ein weiteres Highlight: Im äußersten westlichen Teil der Insel kann man ein lauwarmes Bad mitten im Atlantik nehmen, auch im Winter, aber nur bei Ebbe. Klippen AzorenBei Flut ist es zu gefährlich, denn die Brandung ist dort nicht ohne. Die Badetemperatur liegt zwischen 40 °C und 60 °C. Die Temperaturen entstehen durch die vulkanischen Aktivitäten. In steilen Serpentinen gelangt man zur Badestelle, unten ist die Vegetation schroff und karg. FerrariaEin kleiner Holzsteg führt zu den Badebecken. Ein Tipp: Unbedingt Badeschuhe mitnehmen der Einstieg könnte durch die vielen spitzen Steine schmerzhaft werden.

Terra Nostra Park

Heiße Quellen gibt es auf São Miguel an unzähligen Orten. Besonders viele findet man im Tal von Furnas, einem riesigen Vulkankrater. 22 mineralhaltige Quellen entspringen in dem einstmalig mondänen Kurort, davon zeugen auch heute noch die vielen Villen und Paläste.Azoren ParklandschaftBesonders beeindruckt waren wir von der Parkanlage, hier fühlt man sich wie in einem Urwald in Neuseeland mit seinen baumhohen Farnen. Terra Nostra ParkEr ist täglich von 9.30 – 18.30 Uhr geöffnet, wer mag nimmt ein Bad im Thermalbecken, das von heißen Quellen gespeist wird. Die Wassertemperatur beträgt immer so um 38°C.

 

Lagoa do Fogo und Caldeira Velha

Den See im Nebel der Lagoa do Fogo liegt auf einer Höhe von 575 m, die meiste Zeit versteckt sich unter Wolken. Nur selten zeigt er die Schönheit seines Kraters. Wir hatten das Glück ihn ohne Wolken zu sehen und das Panorama ist wirklich großartig. Geübte Wanderer wagen die abenteuerliche Wanderung um den See. Lago FuegoDie ist jedoch nichts für Anfänger. Zugewachsene, enge, verschlungene Wege, teilweise matschig, rutschig, und windig führen durch das Areal. Absolutes Muss sind hier trittsichere Schuhe.Wer es entspannter mag, begibt sich auf die andere Seite der Hügelkette. Azoren zentrale BergketteHier befindet sich das natürliche Thermal-Schwimmbecken Caldeira Velha. Ein Wasserfall ergießt sich in ein kleineres, Badebecken. Die heißen Quellen erwärmt es über das ganze Jahr, so ist ein Bad im Freien auch im November möglich.Caldeira Velha Wer ein wenig für sich sein möchte, sollte früh kommen. Über den Tag wird es hier immer sehr voll.

Unser Fazit:

Wer sich für das unglaubliches Farbenspiel einer grünen Naturlandschaft begeistern kann oder  Gefallen an schroffe Klippen, Vulkane, Geysire und einen Blick bis zum Horizont findet, der wird die Inseln im Atlantik mögen. Wir haben unsere Tage abseits des Massentourismus sehr genossen und können einen Urlaub auf den portugiesischen Inseln nur empfehlen.

Ponta Delgada abend